Atemkunst – Pranayama

Atem berührt – innen

Mit dem Atem kommt ein Stück „Außen“ nach „Innen“. Wir berühren uns mit dem Atem in unserem Inneren. Das ist uns kaum bewusst. Wir atmen einfach und wir Glück haben, kann unser Körper das sehr gut. Aber viele körperliche und seelische Prozesse und Zustände können den Atemfluss verändern. Nicht immer zum Positiven.

Wenn wir zur Ruhe kommen, haben wir vielleicht etwas Zeit um zu spüren und um zu beobachten:
Wie spüre ich den Atem überhaupt? In der Nase? Im Rachen? In der Kehle? Im Bauch?

In vielen Lehren gibt es Atem-Anweisungen. Im Yoga gibt es die Kunst des „Pranayama“, die Kunst den Atem zu lenken. Wobei, meiner Meinung nach, ein weit wichtiger Faktor die Kunst „den Atem wahrzunehmen und sein zu lassen“ ist.
Im Pranayama geht es weniger um körperliche Fähigkeiten, wie die sehr bekannte Wechselatmung sehr langsam auszuführen o.ä.
Pranayama ist auch die zarte Vibration des Atems zu spüren und sich von dieser Schwingung subtil berühren zu lassen.

R. Sriram drückt es so aus: „… vielmehr bestimmt die Empfindsamkeit gegenüber der Luft und die konstante Begleitung der Luft durch die Wahrnehmung, ob sich eine solche Subtilität ergibt….“

aus: „Das Geheimnis des Atmens“ von R. Sriram

Pranayama:
Prana wird die Lebensenergie genannt. Sie ist immer und überall vorhanden.

Wir nehmen sie mit der Atemluft auf. Solange Prana in uns fließt, leben wir.
Ayama bedeutet: strecken, ausdehnen, zum freien fließen bringen.
Es geht also darum, den Atem und damit die Lebensenergie auszudehnen und frei fließen zu lassen.

Was muss nun geschehen, dass die Atmung wieder entspannter sein kann?
Denn das finde ich das wichtigste Ziel. Die Antwort wäre ganz einfach:
Lassen wir uns in Ruhe und entspannen uns mal. Nichts leichter als das, oder?

Erste und wichtigste Übung ist das Spüren des Atems, so wie er jetzt ist.
Den Atem einfach sein lassen. Glaub daran, dass dein Körper atmen kann, er vergisst es nur manchmal. Lass Deinem Körper Zeit, sich wieder zu erinnern.

Und hier sind wir wohl bei der schwierigsten Übung: sitz einfach still. Keine Musik, kein Handy, nichts. Vielleicht eine Kerzenflamme in die man schaut. Das reicht.
Lass deinen Geist einfach frei, er soll denken was er mag, wenn er wenig Aufmerksamkeit bekommt, beruhigt er sich schon.

Im Yoga und in der Meditation reden wir immer davon: „ den Geist zur Ruhe zu bringen“ Das soll nicht heißen, dass wir nicht mehr denken sollen. Das geht auch gar nicht.
Wir können üben, den Gedanken nicht mehr so viel Gewicht beimessen.

Am Beginn der Meditation, wird der Geist/das Gehirn und ablenken. Stellen wir es uns als Wesen vor, das fürchtet zu kurz zu kommen. Nicht mehr alle Aufmerksamkeit zu bekommen – es probiert alles aus: Einkaufslisten, Probleme die vielleicht gar keine sind, Schmerzen, jucken, Ungeduld…. das Kopfkino versucht uns von der Ruhe fernzuhalten und uns dazu Geschichten zu erzählen. Irgendwann beruhigt sich auch das. Dann wird es ruhiger im Kopf.

Heinz Erhardt: „Glauben Sie nicht alles was Sie denken!“

Was ist nun richtig oder falsch?

Nun lässt sich die Frage mit „Sowohl als auch“ beantworten. Ich bin der Meinung, dass Atem so vielseitig ist und sein muss, wie die Anforderungen die im Leben an uns gestellt werden. Es wäre ja fatal, wenn wir laufen gehen, es eilig haben und nur ganz ruhig atmen könnten. Der „richtige“ Atem ist richtig hinsichtlich der Situation.
Er muss also passend sein.
Keine Atemtechnik passt immer und ist immer richtig.

Allerding gibt es schon ein paar Empfehlungen, wie zum Beispiel durch die Nase zu atmen. Dazu gibt es demnächst einen eigenen Blog-Artikel.

Engin_Akyurt/Pixabay

Lass mich wissen, ob meine Gedanken weiterhelfen, du andere Erfahrungen gemacht hast oder ob es noch Themen gibt, die du gerne näher beleuchtet hättest.





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Freiheit ist eine radikale Entscheidung!

Es ist die Zeit der Weihnachts-Newsletter. Das werde ich jetzt mal ignorieren. Trotzdem möchte ich Euch an ein paar Überlegungen teilhaben lassen. Das Thema Freiheit beschäftigt mich und viele andere Menschen zur Zeit sehr. Ich beginne meinen heutigen Newsletter wie so viele die derzeit bei mir ankommen:
In diesen ungewöhnlichen Zeiten scheint alles anders zu sein. Nach außen mag das so erscheinen. Aber „eigentlich“ geht’s immer um die gleichen Themen der Menschheit. Nehmen wir die aktuellen Hinweise des Lebens, der Zeit um einmal über das Thema „Freiheit“ nachzudenken.
Wir reden inzwischen sehr viel über Freiheit – vor allem, die Freiheit die uns vorenthalten wird. Und ich bin da auch gut dabei. Die Gedanken von Krishnamurti zum Thema Freiheit sind für mich hilfreich um den Begriff zu klären und seine eigenen Wünsche einzuordnen.

Freiheit
Weder die Qualen der Unterdrückung noch die gewaltsame Disziplin der Anpassung an ein Vorbild haben zur Wahrheit geführt. Um die Wahrheit zu finden, muss der Mensch vollkommen frei sein ohne die geringste Verzerrung oder Verkrampfung. Aber zunächst wollen wir uns fragen, ob wir wirklich frei sein möchten. Wenn wir über Freiheit sprechen, meinen wir dann die totale Freiheit oder nur die Freiheit von etwas, das uns unbequem oder unangenehm oder unerwünscht ist? Wir würden gerne von schmerzlichen und hässlichen Erinnerungen und traurigen Erfahrungen frei sein; aber unsere angenehmen, befriedigenden Ideologien, Formeln und Beziehungen möchten wir behalten. Es ist aber unmöglich, die einen ohne die anderen zu bewahren, denn, wie wir gesehen haben, ist die Freude vom Leid nicht zu trennen.(….)

So muss sich jeder von uns entscheiden, ob er vollkommen frei zu sein wünscht oder nicht. Wenn wir sagen, dass wir frei sein wollen, dann müssen wir das Wesen und die Struktur der Freiheit verstehen. Ist es Freiheit, wenn Sie von etwas frei sind – frei von Leid, frei von irgendeiner Angst? Oder ist Freiheit etwas völlig anderes? (….)

Freiheit ist ein Zustand des Geistes – nicht die Freiheit von etwas, sondern das Gefühl der Freiheit, der Freiheit, alles anzuzweifeln und infrage zu stellen, und zwar so intensiv, aktiv und kraftvoll, dass sie jede Art von Abhängigkeit, Sklaverei, Anpassung und Anerkennung von sich wirft. Solche Freiheit bedeutet, völlig allein zu sein.
Krishnamurti, Jiddu. Einbruch in die Freiheit (German Edition) . Lotos. Kindle-Version.Da ertappe ich mich dabei, dass ich gerne die lästigen Pflichten los wäre. Wir wehren uns gegen Diktate. gegen Regeln die wir nicht einsehen, nicht mögen usw. 
Wenn wir uns gegen etwas wehren, dann muss uns klar sein, dass Aufruhr und Protest keine Freiheit ist, sondern eine Reaktion. Wichtig, oft notwendig aber leider keine Freiheit.Wenn Freiheit ein Geisteszustand ist, dann werden wir, wenn wir wirklich frei sind, alleine in unserer Freiheit sein.
Nicht einsam sondern alleine in unserer Freiheit.
Freiheit ist unabhängig von Wissen, Erfahrung, Gedanken, usw. Auch frei von Nationalität, Familie oder sonstigen Zuordnungen. Wahrscheinlich wären wir Außenseiter, was nichts schlechtes sein muss, aber für unsere Vorstellungswelt recht ungewöhnlich.Jiddu Krishnamurti meint, dass so ein Mensch unschuldig ist und diese Unschuld würde uns vom Leid befreien.Er ermutigt uns genau deshalb, so zu leben wie wir sind. Uns nicht an die Angst zu gewöhnen, an die Bequemlichkeit oder all das zu verinnerlichen, was andere Menschen zu uns gesagt haben bis wir denken: „das bin ich“
Interesse an uns, unseren inneren Vorgängen die wir erforschen können, offen, neutral ohne sie zu bewerten kann uns weiter bringen. Wir könnten uns mit uns selbst anfreunden so wie wir wirklich sind und mit uns leben. Auch mit unseren Schwächen die wir so gerne ignorieren.

Freiheit ist eine radikale Entscheidung! Mich begleitet „Einbruch in die Freiheit“ von Jiddu Krishnamurti schon seit einiger Zeit. Immer wieder lasse ich mich inspirieren, hole mir Denkanstösse. 
Ich wünsche uns allen, dass wir die Zeit nutzen können um uns weiterentwickeln
Schöne Weihnachtstage!  
Liebe Grüße Sabine 
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Was kann Augen-Yoga?

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland brauchen eine Sehhilfe. (siehe ZVA „Brillenstudie 2019) Es wäre doch schön, wenn dieser Zustand „repariert“ werden könnte. Geht das überhaupt?

Die Geister scheiden sich und wie so oft: „es kommt darauf an!“

Einerseits, die Anatomie: man kann sich nicht vorstellen, dass man die Anatomie groß verändern kann. Glaskörper, Linse, Muskeln usw. – das ist alles gegeben.
Andererseits bemerken und fühlen wir, dass es Tage gibt, an denen wir besser sehen als an anderen – mit den gleichen Augen. Es gibt also Spielraum.


So geht Sehen:
Das Auge sieht am „gelben Fleck“ (foeva centralis) am schärfsten. Also muss das Gehirn die Bewegung des Auges so steuern, dass alle Teile des Objektes mit diesem gelben Fleck gesehen bzw. abgetastet werden können. Hierfür ist die ständige Bewegung der Augen notwendig.

Sehen funktioniert am Besten wenn unsere Augen aktiv sind und sich bewegen.
Unser Lebensstil, die Arbeit und oft auch die „Fixierung“ der Augen mit Brillen, schränkt diese Bewegung ein, wir beginnen zu starren. Kontaklinsen lassen mehr Bewegung zu und begrenzen das Sichtfeld auch nicht. Dafür nimmt man sie nicht schnell mal raus um eine kurze Pause zu machen.

Alles hängt zusammen:
Unser Körper ist ein komplexes, zusammenhängendes System. Es macht also nur begrenzt Sinn, die Augen isoliert zu behandeln, sei es mit Medikamenten oder mit einer Brille.
Unser gesamter Körper muss gesund und kräftig werden, die Durchblutung muss meist verbessert werden.

Wenn die Verdauungs- und Entgiftungsorgane gut arbeiten, der Blutdruck und Blutzucker in Ordnung sind, usw. dann sind gute Voraussetzungen für einen gesunden Körper und auch für gesunde Augen geschaffen.

Ausreichende Entspannung, viel Lebensfreude und frische Luft tun weiteres für unser Wohlfühlen und damit für das Sehen.

Training ist für unseren ganzen Körper wichtig – da werden mir alle Menschen zustimmen. Die Muskeln der Augen brauchen auch ein angemessenes Training. Nach einem Tag am PC, wahrscheinlich mit Brillen, geht’s den Augenmuskeln ähnlich schlecht wie unserer Rückenmuskulatur.

Unser Sehen geschieht aber nicht nur mit den Augen. Man kann sich die Augen wie ein Objektiv vorstellen. Die Interpretation des Gesehenen geschieht in unserem Gehirn. Und das ist lernfähig. Bekannte Dinge erkennt man schneller als Unbekannte, Spaß am Sehen z.B. durch verschiedene Sehspiele, unterhalten auch das Gehirn und was Spaß macht, wird lieber gemacht und funktioniert auch besser.

Schlecht sehen ist eine Art chronische Krankheit, sehr verbreitet und deshalb akzeptiert als quasi Normalzustand.

Meine Seh-Geschichte:
Ich habe „immer schon“ schlecht gesehen, hatte als Kleinkind eine Schieloperation und in den nächsten Jahren mein gutes Auge zugeklebt, damit das schwache Auge gestärkt wird – das funktionierte leider nicht. Heute weiß ich, dass es psychische Gründe dafür gab. Durch die Zusammenarbeit mit einer Therapeutin und mit einer Sehtrainerin verbesserte sich meine Sehkraft in Schüben messbar. Mein Astigmatismus – angeboren, unveränderlich – reduzierte sich auf die Hälfte.
Das motiviert immer wieder Seh-Übungen einzubauen.
Ich sage nicht, dass man seine Brille nicht mehr brauchen wird, ich trage sie heute noch. Aber es gibt Spielraum und oft ist eine Verbesserung schon sehr hilfreich, wenn man ohne Brille nicht mehr so hilflos ist.

Augenerkrankungen haben immer Ärzte zu behandeln! Für die körperliche Gesundheit, Entspannung und Lebensfreude müssen wir selbst zu sorgen.

Fazit: Was kann Augenyoga?
Unsere Augen in Bewegung bringen, Muskelverspannungen lösen, Sehübungen befreien den Blick, die Augen werden durch die Übungen und die Entspannung besser befeuchtet und durchblutet. Manchmal verbessert sich die Sehkraft messbar. Im schlechtesten Fall, hattest du Bewegung, hast du ein paar Verspannungen weniger, etwas Entspannung gespürt…. und vielleicht jonglieren gelernt.

Ein Seh-Spiel:
Besorge dir zwei bis drei Jonglier-Bälle in einer schönen , kräftigen Farbe. Nimm die Brille ab, öffne das Fenster und wirf die Bälle. Egal wie und wie viele. Schau den Bällen nach, auch wenn du sie unscharf siehst. deine Augen bekommen Bewegung, du übst oder lernst jonglieren, entspannst dein Denken, atmest durch, vielleicht gibt es auch was zu lachen. Motiviere deine Arbeitskollegen es auch auszuprobieren.
Und nun bist du bereit für Neues!

Bild von Theodor Moise auf Pixabay

Nicht stehen bleiben: Dorn Fortbildung…

Die Dorn-Methode ist wirklich schnell und einfach zu lernen. Trotzdem besuche ich gerne immer mal wieder eine Fortbildung. Es weckt wieder die Aufmerksamkeit, inspiriert und informiert.
Kürzlich war ich bei Helmut Koch. Er arbeitete mit Dieter Dorn persönlich und gemeinsam mit Hildegard Steinhauser machte er die Dorn-Methode im größeren Rahmen bekannt.
Es war eine Freude mit Helmut und Hildegard zu lernen.

Juli 2020: Sabine Zelger und Helmut Koch in Wasserburg/Bodensee bei der Fortbildung Dorn-Methode und Breuss Massage.


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Wer braucht Yoga?

Wer atmet braucht Yoga.

Findest du die Aussage verkürzt? Zu einfach?
Keine Sorge, es ist zwar einfach aber nicht leicht.

Da sollte dann noch eine weitere Frage anschließen: was ist yoga?
Im Yoga Sutra (eine wichtige Lehrschrift des Yoga) heißt es:
„Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken.
Nun, es ist nur wenigen Menschen vergönnt, solch eine Kunst einfach zu beherrschen.

Die Yogis haben dafür „Pranayama“ entwickelt, die Kunst des Atmens oder die Kunst der Atemlenkung. Mit verschiedenen Übungen wird Bewusstsein und Atemtechnik usw. gelernt.
Dies ist ein sehr guter Einstieg. Aber ich sehe auch eine große Gefahr: wir neigen dazu uns in Regeln, Anweisungen und Übungen die auf eine bestimmte Art auszuführen sind, zu verlieren.
Das eigentliche Ziel ist es, den Atem einfach zu beobachten. Kein Halten, pressen, pusten…ich nenne es gerne: „Den Körper atmen lassen, er weiß eigentlich schon wie das geht. Dazu muss man sich Zeit nehmen und das Geschehen beobachten.

Ich fürchte, das ist das wirklich schwierige und bahnbrechende: Zeit lassen!
Kein zählen und messen, kein besser und schlechter, einfach Zeit lassen.

Wie gehts dir damit? Ich freue mich über deine Gedanken und Erfahrungen, gerne per Email.





Ein Plädoyer für Pünktlichkeit

Aus: „Das Yogabuch“ von Osho: Sei wie ein Lotus, das ist alles. Bleib unberührt und du bist unerreichbar. Bleib unberührt und du bist der Meister.

Nur selten erahne ich einen Hauch der  Unberührtheit

Ich übe!
Immer wieder.
Manchmal beschleichen mich Zweifel. Schaffe ich es jemals „unberührt“ zu bleiben? Ich fürchte, in diesem Leben wird es nichts mehr. Nur manchmal schaffe ich es, eine kleine Ahnung der „Unberührtheit“ zu spüren.

Oft sehe ich, dass diverse Lehrsätze wirklich angenommen werden, z.B. „Trenne dich von Energieräubern, tu wasdir gut tut ….“
Auf der Strecke bleiben vielfach so einfache Dinge wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Mitgefühl.

Weil es der momentane Sonnenstand nicht zulässt einen vereinbarten Termin einzuhalten, wird unter dem Deckmantel „auf sich achten“ ohne weiteres alles abgesagt. Auch kurzfristig.
Geht es hier schon darum, auf sich zu achten? Ist es nicht eher Launenhaftigkeit? Stimmungswechsel zu pflegen?
Selbstliebe und -pflege ist sehr schön, wichtig und gut für die Seele, Körper und die eigene Entwicklung.
Wo aber ist die Grenze zum Egoismus? Ab wann muss ich zu meinem Wort stehen, auch wenn ich im Augenblick schwer auf die Beine komme?

Eine Gratwanderung.

In meinem Leben begegnet sie mir ständig. Ich gebe schon ziemlich viel darauf pünktlich zu sein. Ich hetze meine Familie, mich selbst und ich gebe es zu: ich habe auch schon mal gelogen und gesagt, dass unser Termin 15 Minuten früher wäre – damit haben wir es pünktlich geschafft. Daran muss ich arbeiten. Denn das ist eindeutig übertrieben.

Mir geht es darum, dass ich mit der Zeit der anderen Menschen nicht spielen kann oder darf. Ich mag es auch nicht, wenn dies mit meiner Zeit passiert.

Ich plane meinen Tag und meist ist er nicht so voll, dass Veränderungen ein Problem bedeuten. Aber manchmal eben schon.

Wann kann ich nun kurzfristig absagen oder verschieben?
Versetzen wir uns in unser Gegenüber. Würde er/sie wirklich ehrlich sagen, wenn die Verschiebung nicht passt? Das tun nur sehr wenige und meist sehr gute Freunde.

Wenn ich das als Maß nehme, dann habe ich die Verpflichtung, den Großteil meiner Verabredungen einzuhalten, oder?

Wie stehst du zur Pünktlichkeit? Gibst du alles, um Termine einzuhalten? Oder bist du eher lockerer?
Hast du für Dich Regeln gefunden, wann kurzfristig absagen in Ordnung ist?
Ich freue mich auf deine Meinung!

PS.: Wegen der vielen Spam-Mails habe ich die „Kommentar-Funktion“ ausgeschalten.
Du erreichst mich: info [at] sabine-zelger.de

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Kum Nye – Tibetisches Heilyoga

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Tibetisches „OM“

Kum Nye oder Tibetischer Heilyoga ist ein Teilbereich aus der tibetischen medizinischen Tradition bzw. dem feinstofflichen Yoga.
Dieses einfache Werkzeug hilft bei Stress, Überlastung, zur Beruhigung der überreizten Nerven und zur persönlichen Entwicklung in Richtung Freiheit. Als Einzeldisziplin ist es eine neuere Erscheinung.Thartang Tulku Rinpoche  lernte von seinem Vater, entwickelte weiter, passte es an unsere Bedürfnisse an.

„Durch Entspannung entdecken wir eine völlig neue Art des Seins.“

Kum bezeichner einen Körper , den wir mit den Übungen anregen
Nye bedeutet Gefühl, Massage oder Wechselwirkung,

Über Meditation, Atmung und langsame Bewegungen sowie der Selbstmassage,  werden wir erst mal ruhiger. Dadurch wird es möglich, Dinge anders zu sehen und wahrzunehmen – auch Dein eigenes Denken und Deine Empfindungen und Gefühle.
Bei der Selbstmassage wird der physische Körper zu massiert. Dann werden Empfindungen die dabei entstehen wahrgenommen – später gelenkt oder ausgeweitet.
Mit der Zeit, werden Gefühle und Empfindungen zur eigentlichen Massage. So dass es den Weg über den Körper gar nicht mehr braucht.

„Kum Nye öffnet unsere Sinne und unser Herz, so dass wir uns zutiefst befriedigt und erfüllt fühlen und uns über jeden Aspekt unseres Lebens freuen können.“
(Aus: „Kum Nye Selbstheilung durch Entspannung“ Thartang Tulku)

Der  Ablauf einer Kum Nye Einheit könnte so aussehen:

  • Sitzen (sieben Gesten beachten)
  • Atmen – Positive Gefühle in Dir selbst finden
    dies führt zur Unabhängigkeit von äußeren Befriedigungen
  • Atmen mit Mantren – still oder laut, damit wird der innere Atem zum schwingen gebracht
  • Selbstmassage – meist nur ein Teil des Körpers wie Nacken, Kopf und Gesicht, oder
    Hände, Arme und Schultern, etc.
  • Körperübungen – langsam, meditativ
  • Abschluß – evtl. Mantra singen, o. ä.
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Leidenschaft – Hingabe – Vernunft

Yoga & Natur

Yoga & Natur

Das „Yoga-Sutra“ von Patanjaliist eine ca. 3000 Jahre alte Sammlung von Lehrsätzen (=Sutra´s) die sehr knapp formuliert, die Wissenschaft des Yoga festhalten.

Die Formulierungen sind allerdings so knapp, dass es schon ein ausgiebiges Studium mit einem guten Lehrer braucht, um sie zu verstehen. Natürlich gibt es im Buchhandel ziemlich viele Übersetzungen und Interpretationen davon. Ich stöbere gerne in verschiedenen „Sutren“ und vergleiche. Jede hat so ihre eigenen Qualitäten und ich erlaube mir, aus jeder das herauszulesen, was ich dort besonders gut verstehe.

Eine der für mich wichtigsten Übersetzungen und Interpretationen hat R. Sriram geschrieben. Er lebt in München und Indien. (www.sriram.de)

Heute schöpfe ich aus seinem Erfahrungsschatz. („Patanjali, Das Yogasutra – von der Erkenntnis zur Befreiung“ von R. Sriram. Erhältlich im Buchhandel)

Die Frage, was eine Übung zu Yoga macht, ist die Einstellung und Geisteshaltung. Dies erklärt auch im Umkehrschluss, dass alles was ich tue Yoga sein kann.

Dazu R. Sriram wörtlich:
Zwischen eifrigem Tun und gelassener Hingabe hält die Vernunft die Waage. Sie sorgt dafür, dass die Leidenschaft nicht zu Waghalsigkeit oder Rücksichtslosigkeit wird. Ebenso verhindert die Vernunft, dass die Gelassenheit zu Gleichgültigkeit oder Unachtsamkeit führt.
Wir handeln kraftvoll und eifrig, erkennen aber die Grenzen unserer Kräfte.
Wir überbewerten das Ziel nicht, sind uns aber bewusst, dass wir zielgerichtet handeln.“

Dazu ganz praktisch:
Suche dir eine einfache Yoga-Übung aus, die du körperlich problemlos einnehmen und eine Zeit lang halten kannst. Wenn du in der Übung zur Ruhe gekommen bist, versuche Vernunft zu spüren. Sie hält dich davon ab, zu weit in die Übung zu gehen, dich zu weit zurück zu beugen, deine Knie zu schonen, etc.. Sie kann dich vor Schmerzen und Verletzungen bewahren.
Ein zuviel davon, hält dich aber davon ab, Neues auszuprobieren, oder bringt dich gar zum Stillstand.

Dann versuche die Leidenschaft zu spüren. Ein euphorisches Gefühl das dich anregt, weiter in die Übung zu gehen.

Achte dann auch auf die Hingabe und gib dich der Haltung hin. Genieße die Tätigkeit, ohne Erwartungen an ein Ergebniss. Tu es einfach, jetzt.

Alle drei haben ihre Aufgabe. Aber alle drei sollten ausgewogen sein – eben ausbalanciert.

Nun aber keine Ausrede mehr, nimm die erste Übung die dir in den Sinn kommt ein, atme und versuche darin Vernunft, Leidenschaft und Hingabe zu finden – so leicht und so schwer ist Yoga.

Wie immer: ich freue mich über Eure Fragen, Anregungen oder Kommentare!

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Yin Yoga

Yin_Yang_clip_art_smallEs erscheinen immer mehr Bücher zu Yin-Yoga, auch die einschlägigen Zeitschriften haben das Thema für sich entdeckt.
Yin Yoga ist nicht neu. Es dürfte überhaupt schwer sein, etwas wirklich Neues zu entdecken. Es ist eine recht alte Art Yoga zu üben.

Basiswissen: Yin und Yang
jeder kennt die Begriffe und verbindet zumindest das bekannte Symbol damit. Yin und Yang sind relative Begriffe, die Auskunft über das Verhältnis zwischen zwei Gegensätzen gibt. z. B. was heller ist ist Yang, was dunkler ist, ist Yin zugeordnet.
Auch Yoga-Übungen können mehr Yang (aktiv, in Bewegung) oder mehr Yin (passiv, ruhig geschehen lassen) sein. Keine Übung ist absolut Yang, keine absolutes Yin. Es kommt auf die Balance an.
So sind Muskeln am Besten mit Yang betonten Übungen zu stärken. Wenn Gelenke, Bänder und Sehnen stimuliert und gedehnt werden sollen, sind Yin-Übungen die richtige Wahl.
So wie es kein absolutes Yin oder Yang gibt, gibt es auch kein absolutes „richtig“ oder „falsch“

Basiswissen: Die Faszien oder Bindegewebe
Es umschließt einzelne Musklestränge welche wieder in größeren Strängen umschlossen werden, bis hin zum Muskel, der wieder von einer weiteren Faszienschicht umschlossen wird, die an den Enden der Muskeln die Sehnen und Bänder bilden.

Die Faszien wachsen überall im Körper als wirre Fasern. Durch ein Dehnen der Faszien, also durch  möglichst vielseitige Bewegung, wird verhindert, dass die Fasern an den falschen Stellen andocken und Blockierungen entstehen. Dehnen und belasten der Faszien hält sie elastisch. Geschieht das nicht, verliert das Gewebe die Elastizität und zieht sich soweit zusammen, dass unbenutzte Gelenke ihre Beweglichkeit mehr und mehr einbüßen. Warum soll ein Gelenk oder besser das umschließende Gewebe auch elastisch bleiben, wenn es nicht benötigt wird? (z. B.:  „Frozen Shoulder“)

Immer mehr kommt die Wissenschaft dahinter, dass viele Schmerzen, die wir den Knochen oder beschädigten Bandscheiben zuschreiben, eigentlich von unelastischem Fasziengewebe verursacht werden, das mit mehr Schonung noch fester wird.

Inzwischen ist sogar erforscht, dass sich das Fasziengewebe alleine – ohne Muskeln – zusammenziehen kann, was es bei Stress des öfteren macht. Es sind also auch hier nicht unbedingt verspannte Muskeln, die uns Beschwerden machen.

Was ist nun Yin-Yoga und wie wird es geübt?
Der Großteil unseres Lebens und auch unserer Yoga-Praxis ist aktiv bis stressig. Dies entspricht Yang, welches dem männlichen, aktiven Prinzip zugeordnet wird.
Zum Ausgleich haben wir das Yin-Prinzip, die passive,  weiche Seite in uns.
Die Yin-Yoga-Positionen werden recht lange gehalten, aber – und das ist ein großer Unterschied zu vielen anderen Yoga-Stilen – mit entspannten Muskeln.

In den Übungen hat man viel Zeit um genauer nachzufühlen, was im Körper passiert. Wenn z. B. Spannung nachlässt oder  Schmerzen entstehen, wird die Position zu variiert.

Yin-Yoga ist ein Übungsstil, der für eigenverantwortliche Übende geeignet ist. Die äußere Form der Übungen sieht bei jedem anders aus. Je nach Körperbau und individuellen Gegebenheiten, kann und muss jeder selbst spüren und prüfen, ob er die Übung in dieser Variante machen sollte.

Geübte Yin-Yogis können diese Positionen noch mit Meditation vertiefen – dies ist aber ein anderes Thema.

Ich wünsche Euch eine gute Balance zwischen Yin und Yang!
Sabine

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Was ist Yoga?

Schildkröte und TxtWas ist Yoga?
Kaum eine Yoga-Homepage kommt ohne diese Frage aus. Also versuche auch ich hier meine Antwort zu geben.

Viele Menschen kommen zum Yoga, weil der Rücken schmerzt, sie unelastisch sind oder sie sich Gewichtsabnahme erhoffen. Ein weiterer großer Teil sucht auch Entspannung, besseren

Schlaf und tiefere Atmung.

Kann Yoga diese Wünsche erfüllen? Oder kann es vielleicht noch viel mehr?
Aus der Fragestellung sieht man schon, was ich darüber denke: Ja, Yoga kann das und es kann noch viel mehr.

Yoga bedeutet wörtlich „Joch“ und meint Verbindung von Getrenntem. Yoga definiert einen Zustand, der Geist und Körper mit Hilfe der Atmung und ausgewogener Körperübungen in einen ausgeglichenen Zustand bringt.

Die Philosophie ist ein wichtiger Bestandteil des Yoga, doch ist der Grundgedanke des Yoga: über Worte hinaus zu Verstehen und Handeln zu gelangen.

Praxis/Übung ist das Wichtigste, die Veränderungen werden spürbar und man gelangt „jenseits der Worte zu Verstehen und Handeln.“

Nutzt man nur die Asanas (Körperübungen) tut man sich und damit seinem Umfeld, schon sehr viel Gutes.  Um sich zu entspannen, braucht es einen schmerzfreien Körper und eine tiefe Atmung.
Yoga hilft sich weiter zu entwickeln, bewusster zu werden,

Mir gefällt das Bild vom „Yoga als Werkzeugkasten“ gut. Vieles ist drinnen und man nimmt sich heraus was man gerade brauchen kann, man legt zurück was im Augenblick nicht passend ist.

In den Yoga-Sutren (195 Lehrsätze, siehe unten) werden diese Werkzeuge auch aufgezählt: die acht Ashtangas. Sie zeigen den systematischen Weg zum Erwachen.

Das Yogasutra ist ein zentraler Ursprungstext des Yoga. Es wurde von Patanjali verfasst.
Wörtlich übersetzt bedeutet Sutra „Faden“. Das Yogasutra ist also gewissermaßen ein Leitfaden für Yoga. Das Yogasutra besteht aus 195 Versen, in denen in hochkonzentrierter Form die Essenz des Yogaweges gebündelt ist. Es ist eine der ältesten Überlieferungen der Yogatradition.

Über das Leben von Patañjali ist nichts bekannt, es wird angenommen, er habe in der Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. gelebt
(Wikipedia)

Ashtangas:

  • Yama: Verhalten gegenüber der Welt und der Umgang mit unserer Mitwelt
  • Niyhama: Verhalten uns selbst gegenüber
  • Asana: Körperübungen
  • Pranayama: Atemtechniken
  • Pratyahara: Zurückhaltung, bzw. Zurückziehen der Sinne
  • Dharana: Konzentration, Wahrnehmungen werden noch mehr ausgeschaltet
  • Dhyana: Meditation, äußere Wahrnehmung wird komplett ausgeschaltet
  • Samadhi: Erleuchtung, Erkennen der wahren Natur

Nun legt diese Aufzählung nahe, dass man alle diese Punkte der Reihe nach üben sollte. Aber es ist so, dass man den einen nicht ohne den anderen üben kann und das Lernen von Yoga auf verschiedenen Eben gleichzeitig erfolgt.

Osho hat dies in seinem Yogabuch schön formuliert:
„…Alles ist miteinander verflochten. Sie sind nicht einfach mit Sprossen einer Leiter zu vergleichen, denn jede Sprosse steht für sich. Wenn eine Sprosse bricht, geht nicht die ganze Leiter kaputt.
Patanjali nennt sie also einerseits zwar Stufen, weil sie eine gewisse Wachstumsfolge darstellen, aber andererseits sind sie auch angas, Glieder Körperglieder – organisch.
Man darf keines davon auslassen. Stufen kann man weglassen, aber Glieder kann man nicht weglassen. Sie gehören dem Ganzen an. Sie sind nicht losgelöst. Durch sie funktioniert das Ganze als eine harmonische Einheit.
Somit sind diese acht Glieder des Yoga sowohl Stufen- eine folgt auf die andere – befinden sich aber auch in einer Wechselbeziehung. Letzteres kann nicht vor dem Ersten kommen…Es sind also Stufen und zugleich auch ein organisches Ganzes.“

Die Asanas sind ein sehr guter Einstieg in den Yoga. Über den Körper lernen wir uns erst einmal viel besser kennen und spüren. Auch Schwächen und Begrenzungen.

Das wichtigste ist, dass Yoga Übungen angenehm sein sollen. Es sollen keine Schmerzen entstehen. Angenehm heißt aber, dass man schon schwitzen darf ; )

Der Körper ist sozusagen unser Fahrzeug, das wir gesund erhalten sollten. Ein kranker Körper schränkt uns auch in allen anderen Bereichen wie Denken und Fühlen ein.
Um sich zu entspannen, braucht es einen schmerzfreien Körper und eine tiefe Atmung.

Was macht Yoga?
Wir Menschen wünschen uns einen Weg durchs leben, der so wenig wie möglich „Leid“ beinhaltet. Als Leid bezeichnen wir alles, was uns negativ und nicht wünschenswert erscheint. Völlig frei von Leid und Anhaftungen und trotzdem mit allem verbunden zu leben, ist Erleuchteten Menschen vorbehalten. Davon gibt es nicht viele.

Yoga hilft, unsere Sicht auf die Dinge zu verändern und hilft Denkmuster zu verändern. Änderungen kommen ohne Zwang und Druck aus dem innerem Empfinden und Verständnis heraus.

Es ist aber nicht notwendig, viel Theorie zu kennen um Yoga zu üben. Durch das Wohlbefinden nach der Yoga-Klasse strahlen wir positiv auf unser Umfeld und das alleine ist schon schön und angenehm.
Im Laufe der Zeit entwickelt Yoga seine Wirkung immer mehr. Das kommt ganz automatisch.
Inzwischen gibt es auch ziemlich viele wissenschaftliche Untersuchungen, was Yoga alles kann und was nicht. Ich persönlich finde das zwar interessant aber wenn man Yoga übt, spürt man es so wie so. Es ist für mich nicht (mehr) wichtig, ob die Wirksamkeit wissenschaftlich bewiesen ist oder nicht.

Yoga kann zu einer Lebenseinstellung werden. Das bedeutet, egal wasdu gerade machst: mache es so aufmerksam du kannst. Beobachte dich selbst dabei. Verzeihe dir Fehler. Denke über sie nach und lerne aus den Fehlern.

Du wirst merken, dass du mit dir und auch mit Anderen verständnisvoller umgehen kannst – zumindest manchmal.
Das ist dann schon eine ordentliche Verbesserung Deines Lebens.


So einfach und so schwierig ist Yoga.


Wenn du dazu deine eigene Meinung oderFragen hast, schreib mir.

Sabine

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